Gesundheit

Eine auf Tierprodukten aufbauende Ernährung kann zahlreiche Auswirkungen auf die Gesundheit haben:

1. Erhöhte Cholesterinwerte

Erhöhte LDL-Blutspiegel (LDL-Cholesterin = schlechtes Cholesterin) stehen in direktem Zusammenhang mit der Häufigkeit von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und der Sterblichkeit daran.

Im Gegensatz zu Nicht-Vegetariern nehmen Veganer keine tierischen Fette und somit weniger gesättigte Fettsäuren und kein Cholesterin zu sich, stattdessen aber mehr ungesättigte Fettsäuren und Ballaststoffe, weshalb sie einen der Gesundheit viel zuträglicheren LDL-Blutspiegel haben.

2. Bluthochdruck (Hypertonie)

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Jeder dritte Erwachsene (insg. 20 Mio.) ist in Deutschland von Bluthochdruck betroffen. Knapp 40.000 Sterbefälle (Stand 2013) resultieren jährlich aus dieser Erkrankung des Gefäßsystems, die als größter Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall gilt.

Wie Studien (z. B. diese) zeigen, sind Vegetarier und vor allem Veganer deutlich weniger davon betroffen als Mischköstler: Zurückgeführt werden kann dies u. a. auf niedrigere Körpergewichte sowie auch auf die Nahrungszusammensetzung, die durch einen hohen Obst- und Gemüseverzehr, eine niedrigere Fettzufuhr und eine günstigere Fettzusammensetzung gekennzeichnet ist.

3. Darmkrebs

Eine der häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland ist sowohl bei Männern als auch Frauen Darmkrebs (v. a. Dickdarmkrebs).

Als ein wesentlicher Einfluss auf die Entstehung dieses Karzinoms gilt ein hoher Verzehr von rotem und verarbeitetem Fleisch (letzteres: z. B. Wurst). Zurückzuführen ist das erhöhte Krebsrisiko auf bestimmte Stoffe, die beim Braten, Grillen und Rösten entstehen, sowie durch die bei der Verarbeitung zugesetzten Stoffe wie Nitritpökelsalze. Diese Stoffe schädigen die DNA und rufen bösartige Zellveränderungen hervor.

4. Diabetes

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In Deutschland sind derzeit 8,2 Mio. Menschen an Diabetes erkrankt – knapp 80 % davon an Typ-2-Diabetes. Wie eine großangelegte Studie aus den USA (mit Teilnehmern und Teilnehmerinnen, die keinen bzw. kaum Alkohol oder Tabak konsumierten) aufzeigen konnte, ist das Diabetes-Erkrankungsrisiko für Vegetarier halb so hoch wie für Nicht-Vegetarier. Für Veganer beträgt es im Vergleich zu Nicht-Vegetariern sogar nur etwas mehr als ein Drittel. Begünstigt wird das mit einer steigenden pflanzlichen Ernährung sinkende Diabetesrisiko u. a. durch ein durchschnittlich niedrigeres Körpergewicht von Vegetariern und vor allem Veganern und den höheren Ballaststoffanteil in der pflanzlichen Nahrung.

Aufgezeigt werden konnte auch, dass sich das Risiko für Typ-2-Diabetes um ca. 30-40 % erhöht, wenn bereits einmal pro Woche Fleisch und Fisch (frisch oder verarbeitet) verzehrt werden.

5. Antibiotika

Da die hygienischen Voraussetzungen in der Massen- oder Intensivtierhaltung äußerst schlecht sind, steht der vorbeugende Einsatz von Antibiotika an der Tagesordnung. Zudem werden sie auch oft – trotz eines EU-weiten Verbots – als effiziente Wachstumsförderer eingesetzt. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland mit geschätzt 170 Milligramm Antibiotika pro Kilogramm Fleisch auf einem der Spitzenplätze.

Besonders bedenklich: Der hohe Antibiotikaeinsatz begünstigt die Ausbildung und Verbreitung multiresistenter Keime (MRSA), was mit erheblichen Gesundheitsgefahren (u. a. auch mit Todesfolgen) für den Menschen einhergeht. MRSA-Keime lassen sich auf rohem Fleisch aller Tierarten nachweisen.

6. Gentechnik in Tierprodukten

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Bezüglich der Auswirkungen auf die Gesundheit zwar noch nicht ausreichend erforscht, zumindest aber bedenklich: Über 80 % des weltweit angebauten Sojas sind gentechnisch verändert. Fast 35 Mio. Tonnen dieses Sojas werden jährlich als Futtermittel für »Nutztiere« nach Europa importiert.

Daneben werden noch gentechnisch veränderte Organismen für andere Tiernahrungs-Zusätze verwendet. Damit ist ein hoher Kontakt von tierlichen Lebensmitteln wie Fleisch, Milch und Eiern mit Gentechnik gegeben und damit auch ein eventueller Einfluss auf die menschliche Gesundheit.

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