Umwelt

Die hohe Produktion und der hohe Konsum von Tieren und Tierprodukten gehen mit erheblichen Auswirkungen auf Umwelt und Klima einher:

1. Gülle

Gülle Traktor
© hjochen – Shutterstock

Jährlich werden auf deutschen Äckern und Wiesen rund 191 Mio. Kubikmeter flüssiger Wirtschaftsdünger verteilt – der weitaus größte Teil davon ist tierliche Gülle. Das darin enthaltene Ammoniak trägt zum Waldsterben und in der Folge zum Klimawandel bei – Deutschland liegt mit seiner Tierhaltung seit Jahren deutlich über den gesetzlich zulässigen Ammoniak-Emissionswerten.

Die hohen Mengen an Gülle belasten zudem das Grundwasser: Wie der aktuelle Nitratbericht der Bundesregierung zeigt, weisen bereits knapp 50 % von 162 ausgesuchten Grundwassermessstellen in Deutschland eine hohe Nitratbelastung auf (andere Angaben der Bundesregierung sprechen von bundesweit 306 von insgesamt 1203 Grundwasserkörpern, die »aufgrund einer hohen Nitratbelastung in einem schlechten chemischen Zustand« sind).

Gesundheitlich bedenklich wird Nitrat, wenn es unter bestimmten Bedingungen u. a. zu krebserregendem Nitrit umgewandelt wird, das für Säuglinge eine frühe Todesgefahr birgt.

2. Treibhausgase

Der Klimawandel kennt zwar viele Verursacher, die stark industrialisierte Landwirtschaft mit ihrer massenhaften Tierhaltung zählt jedoch definitiv zu seinen stärksten. So sind 14,5 % der gesamten durch den Menschen verursachten Treibhausgasemissionen auf die Tierhaltung zurückzuführen – und damit bereits genauso viel wie auf den gesamten weltweiten Verkehrssektor (14 %).

Immer mehr Studien zeigen, dass dem durch die Reduzierung von Fleisch und Milchprodukten entgegengewirkt werden kann, wobei vor allem eine vegane Ernährung noch weiteres Umweltentlastungs-Potential birgt.

3. Treibhauseffekt nach Ernährungsweisen

Treibhauseffekt-Ernaehrungsweisen
© Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt

Eine Umrechnung von Ernährungsweisen in Autokilometer zeigt: Je pflanzlicher die Ernährung, desto klimafreundlicher. Setzt man für die errechneten Kilometer reale Autostrecken ins Bild, dann wird der Unterschied zu anderen Ernährungsweisen noch einmal deutlicher:

Während eine pflanzliche Ernährung ohne Fleisch und Milch gerade einmal auf eine Pro-Kopf-Jahresstrecke von Berlin nach Nürnberg hinausläuft, durchreist man mit einer alle Tierprodukte einschließenden (Bio-)Ernährung gleich mehrere Staaten – um letztlich in Bagdad (Irak) anzukommen.

4. Regenwaldrodung

Jede Sekunde wird weltweit eine Waldfläche vernichtet, die so groß ist wie ein halbes Fußballfeld.

Ein großer Teil davon wird als Weidefläche und zur Produktion von Futtermitteln für die »Nutztierhaltung« benötigt, so etwa allein 80 % der bisher gerodeten Fläche des Amazonasregenwaldes.

Insgesamt resultieren aus dieser intensiven Abholzung hohe klimatische Schäden sowie eine erhebliche Reduzierung der Artenvielfalt.

5. Bodendegradation

ausgetrockneter Boden
© stoonn – Shutterstock

Die intensive Bewirtschaftung von Böden in der industriellen Landwirtschaft – vor allem auch zur hohen Futtermittelproduktion – gibt äußersten Grund zur Sorge: Bereits ein Drittel der globalen Ackerfläche ist mittelgradig bis stark beschädigt (degradiert), ein weiteres Drittel bereits leicht.

Sollte dieser Trend nicht gestoppt werden, dann sind eine fortschreitende Verschlechterung von Böden und damit schlechtere Anbaubedingungen sowie weitere weltweite Hungerkrisen zu befürchten.

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