Umwelt

Die hohe Produktion und der hohe Konsum von Tieren und Tierprodukten gehen mit erheblichen Auswirkungen auf Umwelt und Klima einher:

1. Gülle

Gülle Traktor
© hjochen – Shutterstock

Rund 309,5 Mio. Kubikmeter (ca. 309,5 Mrd. Liter) Gülle und Mist ergeben sich jährlich aus der Haltung landwirtschaftlich genutzter Tiere in Deutschland. Diese Menge entspricht »in etwa der Wassermenge aus 99.047 olympischen Schwimmbecken [oder auch] dem 33-fachen des gesamten jährlichen Bierausstoßes aller deutschen Brauereinen«.

Was insbesondere die Gülle betrifft, so wird ein gewisser Anteil der jährlich anfallenden Menge eingelagert oder gehandelt, rund 191 Mio. Kubikmeter (inkl. geringer Mengen Jauche und Biogas-Gärresten) werden auf deutschen Äckern und Wiesen ausgebracht – mit nachweislichen Folgen für die Umwelt:

Das enthaltene Ammoniak trägt u. a. zur Versauerung von Böden und einer abnehmenden Qualität der Atemluft (Feinstaub, Ozon) bei. Zudem kann das Grundwasser über die Gülle mit zu viel Nitrat belastet werden: Wie der aktuelle Nitratbericht der Bundesregierung zeigt, weisen 28 % der Grundwassermessstellen des deutschen Nitratmessnetzes eine hohe Belastung auf. Gesundheitlich bedenklich wird Nitrat, wenn es unter bestimmten Bedingungen zu krebserregendem Nitrit umgewandelt wird.

Da Deutschland mit seiner Tierhaltung seit Jahren deutlich über den gesetzlich zulässigen Ammoniak-Emissionswerten liegt, müssen hierzulande laut einer 2016 verabschiedeten Richtlinie des Europarats und des Europäischen Parlaments die Ammoniakemissionen bis zum Jahr 2030 um rund 30 % (im Vergleich zum Jahr 2005) verringert werden. Bezüglich der »Nitratbelastung in Gewässern« wurde Deutschland mittlerweile sogar von der EU-Kommission verklagt.

2. Treibhausgase

Zu den aktuell stärksten Mitverursachern des Klimawandels zählt die industrialisierte Landwirtschaft mit ihrer massenhaften Tierhaltung: Bereits 14,5 % der global durch den Menschen verursachten Treibhausgasemissionen entstammen dem Sektor der Tierproduktion – das ist ebenso viel, wie auf den gesamten (oft mehr beachteten) globalen Verkehrssektor (14 %) zurückgeführt werden kann.

Der mitunter größte Schlüssel für die notwendige Verbesserung der Klimabilanz auch in der Landwirtschaft liegt in der Ernährung: Wie eine Analyse der letzten Jahre zeigt, werden bei einer veganen Ernährung 37 % weniger klimaschädliche Emissionen erzeugt als bei einer durchschnittlichen, fleischbetonten  Ernährung. Dieses Ergebnis kann in seiner Tendenz durch viele weitere Studien bestätigt werden. Doch allein schon aus den Klimabilanzen verschiedener Nahrungsmittel lässt sich deutlich das Potenzial pflanzenbetonterer Ernährungsweisen herauslesen.  

Speziell in Deutschland stammen übrigens mehr als die Hälfte der gesamten Methan- und rund drei Viertel der Lachgas-Emissionen aus der Land- und dabei weitestgehend aus der Tierwirtschaft. Beides sind extrem klimaschädliche Gase: Methan ist rund 25-mal und Lachgas rund 300-mal klimaschädlicher als CO2.

3. Bodendegradation

ausgetrockneter Boden
© stoonn – Shutterstock

Die intensive Bewirtschaftung von Böden in der industriellen Landwirtschaft – vor allem auch zur hohen Futtermittelproduktion – gibt äußersten Grund zur Sorge: Bereits ein Drittel der globalen Ackerfläche ist mittelgradig bis stark beschädigt (degradiert), ein weiteres Drittel bereits leicht.

Sollte dieser Trend nicht gestoppt werden, dann sind eine fortschreitende Verschlechterung von Böden und damit schlechtere Anbaubedingungen sowie weitere weltweite Hungerkrisen zu befürchten.

 

4. Regenwaldrodung

Pro Minute wird weltweit eine Waldfläche in der Größe von 35 Fußballfeldern abgeholzt – dies mit bis zu 80 % aller Abholzungen vor allem zu landwirtschaftlichen Zwecken. Dominierend dabei: die Erschließung weiterer Weide- und Ackerflächen für die Fleisch- bzw. Futtermittelproduktion.

Schon jetzt resultieren aus dieser intensiven Abholzung hohe klimatische Schäden, die Zerstörung von Biotopen sowie gravierende Verluste an Artenvielfalt – eine fortgesetzte Ausweitung der Tierproduktion und des Konsums von insbesondere Fleisch ist längst nicht nur für den Regenwald nicht mehr zuträglich.

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