Gesundheit

Eine auf Tierprodukten aufbauende Ernährung kann zahlreiche Auswirkungen auf die Gesundheit haben:

1. Erhöhtes Cholesterin und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Erhöhte Blutspiegel an LDL-Cholesterin, umgangssprachlich auch »schlechtes« Cholesterin genannt, stehen in direktem Zusammenhang mit der Häufigkeit von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Im Gegensatz zur mischköstlichen Ernährung nehmen VeganerInnen durch den Verzicht auf tierliche Lebensmittel keine tierlichen Fette und somit weniger gesättigte Fettsäuren sowie praktisch kein Cholesterin zu sich. Stattdessen verzehren sie häufig mehr ungesättigte Fettsäuren und Ballaststoffe. Selteneres Übergewicht und günstigere Cholesterinwerte lassen neben anderen Faktoren die Wahrscheinlichkeit für kardiovaskuläre, also das Herz und die Gefäße betreffende Erkrankungen wie Bluthochdruck, Schlaganfall oder Herzinfarkt, sinken.

2. Bluthochdruck (Hypertonie)

Blood pressure measuring studio shot
© Andrei-Tsalko – Fotolia

Jeder dritte Erwachsene ist in Deutschland von Bluthochdruck betroffen, insgesamt rund 20 Millionen. Knapp 42.000 Sterbefälle (Stand 2015) resultieren derzeit jährlich aus dieser Erkrankung des Gefäßsystems, die als größter Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall gilt.

Studien zeigen, dass VegetarierInnen und vor allem VeganerInnen deutlich weniger davon betroffen sind als MischköstlerInnen. Zurückgeführt werden kann dies u. a. auf ein häufig niedrigeres Körpergewicht und eine meist günstigere Ernährungsweise. Diese ist durch einen hohen Obst- und Gemüseverzehr sowie eine niedrigere Fettzufuhr und bessere Fettzusammensetzung gekennzeichnet.

3. Darmkrebs

Sowohl bei Männern als auch bei Frauen gehört Darmkrebs zu den drei häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland.

Als ein wesentlicher Einfluss auf die Entstehung dieses Karzinoms gilt ein hoher Verzehr von rotem und verarbeitetem Fleisch, z. B. Wurst. Zurückzuführen ist dies auf bestimmte Stoffe, die zum einen beim Braten, Grillen und Rösten entstehen sowie zum anderen bei der Verarbeitung zugesetzt werden (z. B. Nitritpökelsalz). Deshalb hat die WHO im Jahr 2015 verarbeitetes Fleisch als krebserregend sowie rotes Fleisch als wahrscheinlich krebserregend für den Menschen eingestuft.

4. Diabetes

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© Dmitry-Lobanov – Fotolia

In Deutschland sind derzeit etwa 7 bis 8 Prozent der erwachsenen Bevölkerung an Diabetes erkrankt. Wie eine aktuelle Übersichtsstudie zu verschiedenen pflanzenbetonten Ernährungsweisen (vegan, vegetarisch, fleischreduziert) aufzeigt, weisen aktuelle Analysen auf ein um 20 bis 25 Prozent reduziertes Risiko für Typ-2-Diabetes (und für Herz- und Gefäßerkrankungen) bei Ernährungsstilen mit hohem pflanzlichen Anteil hin. Begünstigt wird das reduzierte Diabetesrisiko u. a. durch ein durchschnittlich niedrigeres Körpergewicht von vegan-vegetarisch lebenden Menschen und den höheren Ballaststoffanteil in der pflanzlichen Nahrung.

Eine große amerikanische Studie zeigte außerdem, dass sich das Risiko für Typ-2-Diabetes um etwa 30-40 % erhöht, wenn bereits einmal pro Woche Fleisch, v. a. verarbeitetes, verzehrt wird.

5. Antibiotika in Tierprodukten

Da die hygienischen Voraussetzungen in der Massentierhaltung überwiegend schlecht sind, steht der vorbeugende Einsatz von Antibiotika auf der Tagesordnung. Auch als effiziente Wachstumsförderer werden sie – trotz eines EU-weiten Verbots – oft eingesetzt. An deutsche Tierärztinnen und -ärzte zum Einsatz abgegeben wurden im Jahr 2015 laut offizieller Angabe 805 Tonnen Antibiotika.

Besonders bedenklich: Der hohe Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung begünstigt – neben dem ebenfalls hohen Einsatz in der Humanmedizin – die Ausbildung und Verbreitung multiresistenter Keime (MRSA). Eine Infektion kann mit erheblichen Gesundheitsgefahren für den Menschen, auch mit Todesfolge, einhergehen.

MRSA-Keime lassen sich auf rohem Fleisch aller Tierarten nachweisen. Eine Studie des Umweltbundesamtes zur Belastung von Grundwasser-Messstellen in Norddeutschland verwies zudem auch auf Arzneimittel-Rückstände, die bei der Ausbringung von Gülle auf die Felder ins Grundwasser gelangen (daneben kann auch die Anwendung von Antibiotika bei Menschen für einzelne hohe Werte im Grundwasser sorgen).

6. Gentechnik in Tierprodukten

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© Gernot-Krautberger – Fotolia

Bezüglich der Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit ist Gentechnik zwar noch nicht ausreichend erforscht, zumindest aber bedenklich. Über 80 % des weltweit angebauten Sojas sind gentechnisch modifiziert. Rund 35 Millionen Tonnen Sojabohnen und -schrot werden jährlich als Futtermittel für »Nutztiere« in die EU importiert, überwiegend gentechnisch verändert.

Soja, das für Tofu, Fleisch- und Milchalternativen genutzt wird, stammt meist nicht aus Gentechnik. Wer sicher gehen möchte, sollte am besten die Packungsaufschrift beachten oder direkt auf gentechnikfreie Bioprodukte setzen.

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