Wir begleiten Ihre Woche gegen Massentierhaltung

Rieke und Nico informieren Sie während Ihrer Woche gegen Massentierhaltung täglich über die pflanzliche Ernährung und geben Tipps und Tricks zur Umsetzung. Lernen Sie die beiden im Interview kennen!

Nico und Rieke, ihr führt gemeinsam durch die Woche gegen Massentierhaltung. Was hat es mit dieser Woche genau auf sich?

Rieke: Die Woche gegen Massentierhaltung – auch »Vegan Taste Week« genannt –  ist ein Projekt der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt. Wir zeigen damit, wie einfach und lecker es ist, sich vermehrt pflanzlich zu ernähren. Eine Woche lang schicken wir den TeilnehmerInnen jeden Tag eine E-Mail, die vollgepackt ist mit Informationen, hilfreichen Tipps und natürlich vielen erprobten Rezepten, mit denen man gleich loslegen kann. Auf unserer Website findet man darüber hinaus einen Produktguide, der einem bei der Vielzahl veganer Produkte auf dem Markt die Orientierung erleichtert. Interessante Interviews mit vegan lebenden Personen und aktuelle Artikel ergänzen das Angebot.

Nico: Viele Menschen haben uns bei unseren Straßenaktionen immer wieder gesagt, »Natürlich finden wir die Massentierhaltung schrecklich. Aber ist es nicht kompliziert und aufwändig, sich rein pflanzlich zu ernähren? Bekommt man da überhaupt alle Nährstoffe? Vor allem wollen wir auf Genuss nicht verzichten.« Diese Gedanken konnten wir sehr gut nachvollziehen und haben daher beschlossen, eine Schnupperwoche zu entwickeln, die zeigt, wie unkompliziert, lecker und abwechslungsreich eine pflanzliche Ernährung umgesetzt werden kann.

Wie ist die Resonanz auf die pflanzliche Schnupperwoche?

Rieke: Seit wir 2014 an den Start gegangen sind, haben schon über 200.000 Personen mitgemacht. Viele von ihnen berichten uns, dass sie nach der Woche ihre Ernährung verändert haben und jetzt weniger Tierprodukte essen oder gleich ganz auf »vegan« umgestiegen sind.

Nico: Das freut uns im Team natürlich immer besonders: Wenn wir die Rückmeldung von Menschen bekommen, dass sie im Rahmen unserer Schnupperwoche ihre Ernährung umgestellt haben. Manche schreiben uns Mails, andere treffen wir auch auf der Straße wieder. Einige engagieren sich heute sogar in unseren Aktionsgruppen, um noch mehr Menschen für die pflanzliche Ernährung zu begeistern.

Zur Woche gegen Massentierhaltung gehört auch eine Facebook-Gruppe. Für wen ist die gedacht?

Rieke: Die Idee zu einer eigenen Facebook-Gruppe kam uns Anfang 2017. Wir wollten eine Gemeinschaft schaffen, in der sich sowohl langjährige VeganerInnen als auch EinsteigerInnen wohl fühlen und sich gegenseitig unterstützen. Heute, knapp ein Jahr nach dem Start von »Vegan-Tipps für alle«, hat die Gruppe bereits über 20.000 Mitglieder. Es ist einfach toll, zu sehen, wie aktiv die Menschen sind, wie sie Erfahrungen und Tipps austauschen und sich gegenseitig motivieren. Wir erhalten häufig die Rückmeldung, dass dieser Austausch vor allem für Leute extrem hilfreich ist, die in ihrem privaten Umfeld keine vegan lebenden Menschen haben.

Nico: Uns ist es wichtig, dass in der Gruppe wirklich alle willkommen sind. Sie heißt ja auch nicht »Vegan-Tipps für Veganer« oder »Vegan-Tipps für Vegetarier«, sondern »Vegan-Tipps für alle«. Ich freue mich über jeden Menschen, der offen, neugierig und aufgeschlossen ist, öfter mal pflanzliche Rezepte auszuprobieren. Und ich finde es toll, dass in der Gruppe ein freundlicher und respektvoller Umgangston herrscht. Das kennt man bei Facebook ja auch ganz anders …

Wie seid ihr beiden denn zur veganen Ernährung gekommen?

Nico: Ich habe früher viel Salami, Schinken, Lasagne und Schnitzel gegessen. Mit 19 Jahren habe ich dann einen Kurzfilm über den Lebensweg eines Schweins gesehen, der damit endete, wie das Tier geschlachtet wurde. Danach konnte ich kein Fleisch mehr essen. Einige Tage später war ich mit einem Freund verabredet, um in unserer Lieblingsbar eine große Grillplatte zu essen. Der dachte erst, ich mache einen Spaß, als ich erzählte, dass ich jetzt Vegetarier bin! Mit 29 Jahren habe ich dann viel Krafttraining betrieben und mich von Unmengen Bio-Magerquark ernährt. Irgendwann fragte ich mich, ob Bio-Milchkühe eigentlich glücklich sind und was gegen Eier aus Biohaltung spricht. Die Seite bio-wahrheit.de und auch der Kraftsportler Patrik Baboumian haben mich damals motiviert, meine Ernährung ganz auf vegan umzustellen.

Rieke: Ich habe mich schon seit meinem zwölften Lebensjahr vegetarisch ernährt. Die Umstellung auf »vegan« ging dann eher schleichend vonstatten. Je mehr ich über die qualvolle Milchindustrie und die Legehennenhaltung erfuhr, desto weniger Milch und Eier konsumierte ich. Dabei hat auch die Informationsarbeit der Albert Schweitzer Stiftung eine wichtige Rolle gespielt. Während meines Studiums – circa 2010 – bemerkte ich dann, dass ich schon ewig keine Tierprodukte mehr gegessen hatte. Da war ich dann wohl zur Veganerin geworden.

Was sind eurer Erfahrung nach die größten Stolpersteine auf dem Weg zu einer vermehrt pflanzlichen Ernährung und wie kann man sie umgehen?

Rieke: Ich denke, wer sich gut und umfassend über die pflanzliche Ernährung informiert, räumt viele Stolpersteine schon direkt selbst aus dem Weg. Das betrifft Fragen wie »Woher bekomme ich meine Nährstoffe?«, »Wie bereite ich meine Lieblingsgerichte vegan zu?« und »Wie kaufe ich vegan ein?«. Manche Stolpersteine können einem aber auch von außen in den Weg gelegt werden. Wenn Verwandte, Freunde oder Kollegen der veganen Ernährung gegenüber sehr kritisch eingestellt sind und ich mich ständig rechtfertigen muss zum Beispiel. Auch hier hilft es aber, wenn man sich gründlich informiert, mit anderen austauscht und Argumente verinnerlicht.

Nico: Mir hat der Diskussionsleitfaden von ProVeg sehr dabei geholfen, skeptische Nachfragen zu beantworten. Rückblickend hätte ich es wahrscheinlich auch etwas entspannter angehen können mit der Umstellung auf eine pflanzliche Ernährung. Ich war damals wirklich total unsicher, ob mein Körper ohne Milch und Eier weiter funktioniert und wie sich mein Verhältnis zu Freunden und Familie verändern würde. Heute mache ich täglich Sport und das Interesse an pflanzlicher Ernährung wächst auch in meinem Freundes- und Familienkreis. Zudem habe ich viele tolle Menschen kennengelernt, die sich ebenfalls für die Tiere einsetzen!

Wie seid ihr denn zur Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt gekommen und was sind eure Aufgabenbereiche dort?

Nico: Ich habe bei der Veggie Parade 2013 in Berlin zum ersten Mal das GrunzMobil gesehen und fühlte mich sowohl vom Auftreten der Stiftung wie auch vom Leitbild sehr positiv angesprochen. Daher habe ich mich für eine Stelle im Bereich »Straßenkampagnen« beworben. Heute bin ich mit meinen KollegInnen deutschlandweit im Einsatz. Mit unseren Einsätzen, der Pressearbeit und Schulbesuchen wollen wir Menschen begeistern, die pflanzliche Ernährung auf dem eigenen Teller kennenzulernen. Außerdem betreuen und unterstützen wir unsere rund 40 Aktionsgruppen.

Rieke: Ich hatte die Aktivitäten der Stiftung schon lange verfolgt und unterstützt, bevor ich mich dann 2014 auf eine freie Stelle beworben habe. Ich betreue zum einen die Woche gegen Massentierhaltung, schreibe aber auch Artikel für unsere weiteren Internetseiten und Newsletter. Das Kommunikationsteam, zu dem ich gehöre, kümmert sich außerdem um die Anfragen von Medienvertretern und um unsere Social-Media-Aktivitäten. Zudem wird bei uns derzeit die Vegan Taste Week ins Polnische übersetzt.

Und zu guter Letzt: Was ist euer Lieblingsessen?

Nico: Ich mache viel Sport und liebe lange Läufe. Danach gibt es immer Smoothies aus Pflanzenmilch, Bananen, Ananas, Mango, Beeren und Nüssen. Unterwegs bin ich aber auch Fan von Pizza, Bratwurst und Döner – mittlerweile eben pflanzlich!

Rieke: Zum Frühstück: Porridge. Und sonst: Große, bunte Salate in allen Variationen, mit Orangen-Tahini-Dressing oder gutem Kürbiskernöl. Und Hummus natürlich.

Vielen Dank für das Interview!


Hintergrundbild © Engin-Akyurt – pixabay

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